Ich wurde im damaligen Jugoslawien geboren, wuchs aber mein Leben lang in Deutschland auf. Je älter ich wurde, desto mehr interessierte ich mich für die Geschichte Ex-Jugoslawiens, was in diesem zerrissenen Land passiert war und warum alles auseinander gefallen ist. Ich fing an zu lesen und je mehr ich erfuhr, desto mehr lernte ich das deutsche politische System, in dem ich groß wurde, zu schätzen, mit all seinen Stärken und Schwächen.
So entstand schließlich vom allgemeinen Interesse an meinem Geburtsland ein spezifisches Interesse an politischen Systemen und vor allem am politischen System Deutschlands - das Land, das mir so viele Chancen gegeben hat. Und da das Leben nicht nur aus Nehmen, sondern auch aus Geben besteht, habe ich es mir zum Ziel gesetzt, mich aktiv an der Politik zu beteiligen. So lange ich auf dem Tennisplatz stehe, ist das nicht realistisch, aber wenn ich den Schläger mal an den Nagel gehängt habe, wird es soweit sein.
Noch weiß ich nicht ganz genau, wie mein späterer Weg in der Politik aussehen wird, von der Parteigründung bis zur Wahl als Bundeskanzlerin ist aber alles drin. Erste Praxis-Erfahrung habe ich während meines Praktikums in der Hessischen Staatskanzlei gesammelt. Hessens Ministerpräsident Roland Koch bei der Arbeit zuschauen zu dürfen, war schon eine tolle Erfahrung. Sollte ich die Möglichkeit bekommen, mich politisch zu engagieren, so würde ich das Augenmerk besonders auf die Generation zwischen 25 und 40 Jahren legen, die meiner Meinung nach in unserer Gesellschaft viel zu kurz kommt. Also keine Angst vor Wahlen - ihr wisst ja nun, wo Ihr später das Kreuz setzen müsst.